Glossar

Ein einheitlicher Sprachgebrauch erleichtert die Kommunikation und das Verständnis für technische Belange für alle Beteiligten, sowohl für Planer, Verarbeiter und Bauherren. Die Definition von Fachbegriffen ist hierfür ein elementarer Baustein. Intention dieses Glossars ist daher zur entsprechenden Aufklärung bzw. Vereinheitlichung des Sprachgebrauchs beizutragen und Definitionen für vielfältig gebrauchte Begriffe zu finden. Es leistet so einen Beitrag zur Fehlervermeidung und Qualitätssicherung im Gewerk.
Besonderer Dank gilt dem Bundesverband Deutscher Steinmetze und dem Fachverband Fliesen und Naturstein mit deren freundlicher Zusammenarbeit die nachfolgenden Informationen zusammengetragen wurden.
Das Glossar befindet sich im Aufbau und unterliegt einer fortlaufenden Pflege und Erweiterung. Anregungen und Hinweise sind gerne willkommen. Schicken Sie gerne eine E-Mail auf info@euro-fen.de.

Stand 20. Juli 2025

0-9
A
Acrylfuge
Elastische Fuge auf Basis eines Acryls, siehe „Dichtstoff“.
Ausblühungen
Anlagerungen mineralischer Neubildungen in Form von Salzaggregaten auf (= Effloreszenzen) oder unter der Gesteinsoberfläche (= Subfloreszenzen).
Ausbruch
Verlust kompakter Gesteinsstücke
Ausgleichsestrich
Estrich, der so verlegt wird, dass eine festgelegte Höhenlage erreicht wird.
B
Beschleuniger
Zusatzmittel zur Beschleunigung der Festigkeitsentwicklung eines Estrichs. (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
Bewegungsfuge
Bewegungsfugen sind Fugen zwischen Bauteilen (z. B. Estrichfeldern oder Wandflächen), die Bewegungen zulassen. Sie erlauben Bewegungen der Bauteile, z. B. Dehnungen, Verkürzungen, Verdrehungen und auch Kombinationen dieser Bewegungen.
Bewehrung (Estrich)
Stäbe, Draht, Matten oder Fasern, die in den Estrich eingebettet sind. (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
Biologische Besiedlung
Besiedelung von Oberflächen durch Mikroflora (z. B. Pilze, Algen, Flechten), Bakterien oder Pflanzen.
Bitumenemulsionsestrich
Estrich, dessen Bindemittel aus Bitumenemulsion und Zement besteht
Bodenbelag
"Oberbelag" auf einer Bodenfläche
Bordüre
Dekorativer Streifen in oder als Abschluss von Belägen aus Fliesen und Platten
Buttering-Floating-Verfahren
Auch „Kombiniertes Verfahren“ genannt. Auftrag des Klebemörtels auf Klebefläche der Verlegeware (als Kratzspachtelung oder Kammzahnung) und Verlegeuntergrund (als Kammzahnung).
Buttering-Verfahren
Auftrag des Klebemörtels auf die Klebefläche der Verlegeware in erforderlicher Dicke, entweder als Spachtelung oder mit Kammzahnung.
C
Calciumsulfatestrich/Calciumsulfatfließestrich
Estrich, dessen Bindemittel aus Calciumsulfat besteht. Einbau erfolgt erdfeucht (CA) oder fließfähig (CAF).
Craquele (Keramik)
Bezeichnung für feine Glasurrisse (Haarrisse). Bei manchen Glasuren wird die Craquelébildung als Gestaltungsmittel absichtlich herbeigeführt.
(Zitat Bundesverband Keramische Fliesen e.V.)
D
Dämmstoff
Material, das in einer Wand- oder Fußbodenkonstruktion zur Schall- und/oder Wärmedämmung verarbeitet wird.
Dekor
Dekore können aus Einzelfliesen oder aus mehreren Dekorfliesen, die zusammen ein Bild ergeben, bestehen
Diagonalverlegung
Fliesen und Platten als Beläge die in einem Winkel von z. B. 45° zur Wand oder zum Boden ausgerichtet werden.
Dichtband
Systemprodukt einer Verbundabdichtung, für Außen- und Innenecken.
Dichtecke
Systemprodukt einer Verbundabdichtung, für Außen- und Innenecken.
Dichtmanschette
Systemprodukt einer Verbundabdichtung, zur Integration von Durchdringungsbauteilen.
Dichtschlämme (flexibel)
Verbundabdichtung auf Basis einer hydraulisch abbindenden Kunststoff-Mörtel-Kombination.
Dichtschlämme (starr)
Nicht rissüberbrückende Abdichtung auf Basis eines Zementmörtels.
Dichtstoff
Im Allgemeinen ein elastischer Fugenfüllstoff (z. B. aus Silikon, Acryl oder Polyurethan) zur Aufnahme von Bewegungen, der allerdings keine abdichtende Funktion im Sinn einer Verbundabdichtung erfüllt.
Dickbettverlegung/-verfahren
Verlegung von Fliesen und Platten mit Dickbettmörtel in Schichtdicken von ≥ 15 mm bei Wandbelägen und ≥ 20 mm bei Bodenbelägen. Je nach Verlegeware sind Haftbrücken erforderlich.
Dispersionsabdichtung
Verbundabdichtung auf Basis einer Polymerdispersion.
Dispersionsklebstoff
Gebrauchsfertiges Gemisch aus organischem/n Bindemittel(n) in Form einer wässrigen Polymerdispersion, organischen Zusätzen und mineralischen Füllstoffen (Zitat DIN EN 12004-1:2017-05 Mörtel und Klebstoffe für keramische Fliesen und Platten - Teil 1: Anforderungen, Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit, Einstufung und Kennzeichnung; Deutsche Fassung EN 12004-1:2017)
Drittelverband
Einheitlich lange Fliesen und Platten werden von Reihe zu Reihe jeweils um ein Drittel der Länge versetzt.
Dünnbettmörtel
Mörtel nach EN 12004 mit unterschiedlichen Eigenschaften auf Basis unterschiedlicher Bindemittel. Siehe auch zementhaltiger Mörtel, Dispersionsklebstoff und Reaktionsharzklebstoff
Durchgefärbt
Mit Pigmenten oder Tonmischungen durchgängig eingefärbter Scherben einer keramischen Fliesen oder Platte.
E
Engobe
Deckschicht auf Tonbasis mit mattem Aussehen, auf Oberseite des Scherbens, ggf. überdeckt von der Glasur.
Epoxidharzestrich
siehe "Kunstharzestrich"
erdfeucht
Konsistenz eines frischen Estrichmörtels mit einem Flüssigkeitsgehalt, der gerade noch eine Verdichtung ermöglicht. (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
Erstbehandlung
Die Erstbehandlung ist die erste Behandlung eines Belages (erstmalig nach der Verlegung oder nach einer Grundreinigung) mit dem Ziel die Gebrauchseigenschaften bezüglich der Wasser- und Schmutzabweisung sowie der Optik zu verbessern.
Ersteinpflege
Siehe „Erstbehandlung“
Estrich auf Trennschicht
Estrich ohne Verbund, der auf eine Trennschicht verlegt wird. (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
F
Farbunterschiede
Inhomogenes Erscheinungsbild der Farbe (Farbton, Helligkeit, Sättigung) bei einer Oberfläche.
Fase
Durch die Bearbeitung einer Kante eines Werkstücks entstandene, abgeschrägte Fläche in ca. 45°.
Fehlstelle
Siehe Ausbruch
Feinsteinzeug
Keramiken mit niedriger Wasseraufnahme (E<0,5 %) und hoher Festigkeit
Feldbegrenzungsfuge
"Fuge in Wandbekleidungen und Bodenbelägen, die nicht kraftschlüssig verschlossen ist." (DIN 18195, Juli 2017, Abdichtung von Bauwerken – Begriffe)
Fertigteilestrich
Estrich, der aus vorgefertigten Teilen hergestellt wird. (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
Fischgrätverband
Form eines Verlegeverbandes: Fliesen und Platten werden im rechten Winkel zueinander verlegt und bilden die Form eines „V“. Der Verband erinnert an das Muster von Fischgräten.
Flexfuge
Begriff ohne normative Regelung, umgangssprachlich ein zementärer Fugenmörtel mit Kunststoffvergütung. Siehe Fugenmörtel.
Flexkleber
Begriff ohne normative Regelung, umgangssprachlich ein Zementmörtel/-kleber mit Kunststoffvergütung. Siehe auch Dünnbettmörtel.
Fliese
Bei einer Fliese handelt es um ein Werkstück mit einer Nenndicke ≤ 12 mm.
Fliesenschiene
Metall- oder Kunststoffprofilschiene, in verschiedenen Kantenausführungen, z. B. eckig oder gerundet, als Abschluss eines Fliesenbelags an Wand und Boden.
Fließestrich
Estrich, der ohne Verdichtung in die gewünschte Lage und Form fließt. (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
Fließmittel
siehe "Verflüssiger"
Floating-Verfahren
Auftrag des Klebemörtels auf die Ansetz- oder Verlegefläche in erforderlicher Dicke, mit geeigneter Kammzahnung.
Florentiner (Mosaik)
Blumenförmiges, keramisches Mosaik.
Florentiner (Stufe)
Keramisches Formteil, in der Regel als Randabschluss bei Treppen- und Balkonbelägen, mit vorderseitigem, rundem Kantenprofil.
Formteil
Dient der Gestaltung von z. Bsp. Ecken und Abschlüssen in Küchen, Bädern, Terrassen, Balkonen, Beckenköpfen und Treppenanlagen.
Freie Längen
Platten unterschiedlicher Länge werden verwendet, um ein unregelmäßiges Fugenbild zu erzeugen, bei optimaler Materialausnutzung.
Frisch-in-Frisch
„Frisch-in-Frisch“ ist eine Beschreibung für allgemein schnell aufeinanderfolgende Arbeitsschritte, die keine Abbinde- bzw. Trocknungszeit für aufeinanderfolgende Schichten beinhalten
Fuge
Sachlich der Freiraum zwischen zwei Verlegeelementen. Regional umgangssprachlich der Begriff für „Fugenmörtel“.
Fugenmörtel
Mörtelgemisch aus Bindemittel, Zuschlag, ggf. Additiven und ggf. Flüssigkeiten zum Verschluss der Fuge zwischen Platten und Fliesen. Geregelt sind diese in EN 13888
Fugenschleier
Rückstand an der Oberfläche von Fliesen und Platten nach den Fugarbeiten
G
Gehrung
Eckverbindung zweier im Winkel aufeinanderstoßender Werkstücke, bei der die Enden schräg angeschnitten werden, um den gewünschten Winkel zu erreichen. Bei 90°-Ecken ist dies üblicherweise ein 45°-Winkel. 
Gestrahlt
„Gestrahlt“ umfasst das Strahlen mit unterschiedlichen Strahlmitteln z. B. Wasser oder Granulat. 
Glasur
Geschlossene und gesinterte Deckschicht auf einer keramischen Fliese/Platte. Zu unterscheiden von einer „werkseitigen Veredelung“ (siehe „Keramische Versiegelung“)
Großformat
Fliesen und Platten mit einer Grundfläche >0,25 m² und einer Kantenlänge von 60 cm bis 120 cm, bei Riegelformaten bis 150 cm Kantenlänge.
Grundierung
Auch „Primer“ genannt; Anstrichmittel zur Vorbereitung des Untergrundes, zur Verbesserung des Haftverbundes und zum Schutz des Untergrundes.
Gussasphaltestrich
Estrich, dessen Bindemittel aus Bitumen besteht. (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
H
Haarrisse
Ein Haarriss ist ein sehr feiner, oft kaum sichtbarer Riss in einem Material.
Haftzugfestigkeit
Adhäsion bei Zugbeanspruchung zwischen zwei Schichten (z. B. zwischen Estrichoberfläche und Fliesenkleber)
Halbsteinzeug
Traditioneller Begriff für trocken- oder stranggepresste Keramiken mit einer Wasseraufnahme zwischen 3 und 6 Prozent beziehungsweise zwischen 6 und 10 Prozent (siehe Keramische Fliese/Platte).
Halbverband
Einheitlich lange Fliesen und Platten werden von Reihe zu Reihe jeweils um die Hälfte der Länge versetzt.
Heizestrich
Estrich, der einen Teil einer Fußbodenheizung darstellt.(Zitat DIN EN 13318:2000-12)
Hohlkehlsockel
Keramisches Formstück mit konkaver Rundung zur Gestaltung eines Wand-Bodenanschlusses.
Hohlraumfrei
Auch als „weitgehend vollflächig“ bezeichnet; Eine hohlraumfreie Verlegung ist handwerklich nicht erreichbar. Hohlräume können das Klangbild verändern.
Hydrophob
Aus dem Altgriechischen für wasserabweisend/wassermeidend
I
Imprägnierung
Schutzbehandlung zur Herstellung einer hydrophoben und/oder oleophoben Oberfläche.
Istmaß
Das Istmaß bezeichnet die tatsächlich gemessene Größe einer Fliese oder Platte
Ixel/Icksel
Umgangssprachlicher Begriff für eine Innenecke an der drei Innenkanten zusammentreffen.
J
Jolly-Fuge
Art einer Kantenausbildung durch Gehrungsschnitte der Außenecken. Bei 90°-Ecken verläuft die entstehende Schnittkante üblicherweise im 45°-Winkel.  
K
Kachel
Umgangssprachlicher Begriff für keramische Fliesen und Platten.
In der Fachwelt ein Begriff für „gegossene“ Keramik für Öfen und Kamine.
Kaliber
Maßeinteilung zur Sortierung von keramischen Fliesen und Platten nach Größenklassifizierung
Kalibriert
Auf Maß bearbeitete Fliese oder Platte.
Kalkmännchen
Eine Kalkverunreinigung in einem keramischen Baustoff, der unter Einwirkung von Feuchtigkeit einen Volumenzuwachs erfährt und die Oberfläche aufsprengt hat.
Kantenabplatzung/-ausfransung
Unplanmäßiger einzelner oder mehrfacher Materialausbruch an der Kante eines Naturwerksteins.
Keramik
Keramik ist der Oberbegriff für alle Baustoffe, die aus natürlichen, keramischen Rohstoffen (Ton, Kaolin, Quarz und Feldspat) in Brennöfen hergestellt werden.
Keramische Fliese/Platte
Fliesen und Platten aus Keramik, die als Belag für Böden oder Verkleidung für Wände und Decken verwendet werden.
Keramische Versiegelung
Auch als „werkseitige Veredelung“ betitelt. Zu unterscheiden von einer Glasur. Dünnschichtiger, aufgeschmolzener, glasartiger Oberflächenüberzug aus Brennprozess
Klinker
Dicht gesinterte Produkte mit hoher Festigkeit und geringer Wasseraufnahme.
Klinkerriemchen
Klinkerriemchen ist ein Riemchen in Klinkeroptik. Siehe Riemchen und siehe Klinker
Kombiniertes Verfahren
Siehe „Buttering-Floating-Verfahren“
Krakele (Keramik)
Siehe Craquele (Keramik)
Krakeleeriss
Ein Krakeleeriss (auch Krakelee genannt) ist ein feines, netzartiges Rissmuster, das auf mineralischen Oberflächen entstehen kann. Es sieht aus wie ein Spinnennetz aus kleinen Rissen.
Kratzer
Linienförmige Vertiefung in der Oberfläche eines Werkstoffs in der Folge von mechanischer Einwirkung.
Kratzspachtelung
Dünnschichtiger Auftrag eines Mörtels auf Klebefläche oder Untergrund, zur Verbesserung des Haftverbundes oder zum Porenverschluss.
Kreuzfuge
Verlegung von Fliesen und Platten in geraden Reihen, die Fugen kreuzen rechtwinklig in einem Punkt.
Kunstharzestrich
Estrich mit synthetischem Reaktionsharz als Bindemittel, der durch eine chemische Reaktion des synthetischen Reaktionsharzes aus einem fließ- oder spachtelfähigen Gemisch auf der Baustelle zu einer festen Schicht wird. (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
L
Leichtestrich
Estrich mit einer Trockenrohdichte nach 28 Tagen von unter 1400 kg/m³ (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
Leichtzuschlag
Zuschlag mit einer Kornrohdichte nicht über 2000 kg/m³ oder mit einer Schüttdichte nicht über 1200 kg/m³. (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
Loch (Naturstein)
Größer dimensionierte Hohlräume (cm-Bereich), die an der Oberfläche eines Natursteins sichtbar sein können (z. B. bei einem Travertin).
Luftporenbildner
Zusatzmittel, das beim Mischen eine kontrollierte Menge von kleinen, gleichmäßig verteilten Luftblasen in den Estrichmörtel einträgt, die nach dem Erhärten verbleiben. (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
M
Magnesiaestrich
Estrich, dessen Bindemittel aus Magnesiumoxid und einer wässrigen Lösung aus Magnesiumchlorid besteht. (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
Massives Stück
Massives Stück
Megaformat
Umgangssprachlicher Begriff, auch als „XXL-Keramik“ oder „Megakeramik“ betitelt. Keramik mit einer Dicke ≤12 mm und Kantenlänge über 120 cm, bei Flächeninhalt ≥1,44 m².
Metrofliese
Rechteckige Wandfliesen mit abgeschrägten Kanten und meist glänzender Oberfläche. Ursprünglich wurden sie Anfang des 20. Jahrhunderts in den Pariser U-Bahn-Stationen verwendet.
Mittelbettmörtel
Normativ ungeregelter Begriff eines Verlegemörtels; beschreibt in der Regel Mörtel, die in Schichtdicken zwischen ca. 5 mm und ca. 20 mm angewendet werden.
Mörtel
Ein Mörtel ist ein Gemisch aus Bindemittel, Zuschlag, ggf. Additiven und ggf. Flüssigkeiten.
Mosaik
Fliesen bis zum Format 10 cm x 10 cm aus Keramik, Naturstein, Glas oder Metall, einzeln oder zu Verlegeeinheiten (Mosaiktafeln) zusammengefasst.
N
Nachbehandlungsmittel
Produkt, das auf frisch verlegten Estrich aufgebracht wird, um den Feuchtigkeitsverlust durch Verdunstung zu vermindern. (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
Naturkante
auch „Presskante“ oder „Rundkante“ genannt; nicht nachbearbeitete Kante einer keramischen Fliese oder Platte.
Naturstein
Als Naturstein bezeichnet man alle Gesteine, wie man sie in der Natur vorfindet. Naturstein als gesägtes oder behauenes Produkt wird als Naturwerkstein bezeichnet.
Naturwerkstein
Gesägtes oder behauenes Produkt aus Naturstein.
Nennmaß
Maß zur Beschreibung der Fliese oder Platte als nominelle Größe. Es unterscheidet sich vom „Istmaß“.
O
Oberbelag
Oberste Schicht eines Konstruktionsaufbaus, die als Nutzschicht dient
Oleophob
Aus dem Altgriechischen für ölabweisend/ölmeidend
P
Planke
Umgangssprachlicher Begriff für Riegelformate in Holzoptik. Siehe auch „Riegelformat“
Platte
Bei einer Platte handelt es sich um ein Werkstück mit einer Nenndicke > 12 mm und ≤ 80 mm.
Pore
Klein dimensionierter Hohlraum (Mikro-, Kapillar- und Makroporen im mm-Bereich), die mit Gasen (meistens Luft) und/oder Flüssigkeiten (meistens Wasser) gefüllt sind. Die Art und Größe von Poren beeinflusst maßgeblich die Eigenschaften eines Werkstoffs.
Presskante
Siehe Naturkante
Primer
Siehe „Grundierung“
PU-Fuge
Elastische Fuge auf Basis eines Polyurethans, siehe „Dichtstoff“.
Q
Quarzkomposit
Belagsbaustoff, hergestellt aus Quarzsand und Reaktionsharz.
R
Randabsenkung
Absenkung an den Rändern und/oder Aufwölbung der Mitte einer Bodenkonstruktion.
Randdämmstreifen
Schmale Streifen aus weichen Dämmstoffmaterialien zwischen Bodenkonstruktionen und aufgehenden Bauteilen, zur Vermeidung von Einspannungen und zur Schallentkopplung.
Reaktionsharzabdichtung
Verbundabdichtung auf Basis eines Reaktionsharzes.
Reaktionsharzklebstoff
Ein- oder mehrkomponentiges Gemisch aus synthetischem Harz, mineralischen Füllstoffen und organischen Zusätzen, bei dem die Aushärtung durch eine chemische Reaktion erfolgt
(Zitat DIN EN 12004-1:2017-05 Mörtel und Klebstoffe für keramische Fliesen und Platten - Teil 1: Anforderungen, Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit, Einstufung und Kennzeichnung; Deutsche Fassung EN 12004-1:2017)
Reinigung
Reinigen ist das Entfernen von Schmutz.
Rektifizieren
Rektifizieren ist das Bearbeiten der Kante einer keramischen Fliese oder Platte zur Erhöhung der Maßgenauigkeit (Winkel- und Abmaßtoleranzen).
Relief
Veränderung der Morphologie der Gesteinsoberfläche infolge partiellen Auswitterns (z. B. durch Auswitterung von Gesteinskomponenten).
Restfeuchte
Verbliebener Gehalt von Anmachwasser in einem erhärteten Mörtel.
Riegelformat
Fliesen und Platten mit einem Seitenverhältnis von 4:1 oder höher.
Riemchen
Keramik oder Naturstein in einem schmalen, rechteckigen, länglichen Format, meist mit Wand- und Fassadenanwendungen.
Riss (Naturstein)
Materialfehler im Naturstein, der als Riss verschiedener Weite und beliebiger Richtung durch Gebirgsdruck einmal entstanden und nicht vollkommen verheilt ist. Vor Beginn der Arbeit am Werkstück muss der Rohblock genau auf solche Mängel untersucht werden. (Siehe Natursteinlexikon, Mehling / Germann / Kownatzki)
Ritzhärte
Maß für die Widerstandsfähigkeit gegen kratzende, ritzende Beanspruchung. Prüfung der Ritzhärte durch Mohs. Angabe der Härte nach der Mohs ́schen Härteskala von 1 bis 10.
Römischer Verband
Form eines Verlegeverbandes: Fliesen und Platten in unterschiedlichen Größen werden in einem harmonischen, abwechslungsreichen und in der Regel widerholendem Muster angeordnet. Es gibt weder Kreuz- noch durchlaufende Fugen.
Rostverfärbungen (Naturstein)
Gelbbraune bis braune Verfärbungen durch Limonit (»Rost«). Hierbei handelt es sich um ein Gemenge aus Eisenhydroxiden, dem auch Manganverbindungen beigemischt sein können, was zu einer dunklen bis schwarzen Einfärbung führt.
Rückverwitterung
Natürlicher Materialverlust durch Absanden oder Schalenbildung infolge von Witterungseinflüssen.
Rundkante
Siehe Naturkante
Rutschhemmung A/B/C
Maß der Rutschhemmung für barfuß begangene Oberflächen unterteilt in die Klassen A (geringste Rutschhemmung) bis C (höchste Rutschhemmung)
Rutschhemmung R-Klasse
Maß der Rutschhemmung für mit Schuhwerk begangenen Oberflächen unterteilt in die Klassen R9 (geringste Rutschhemmung) bis R13 (höchste Rutschhemmung)
S
Sauberlaufzone
Zone, welche Schmutz und Feuchtigkeit vom Schuhwerk oder Rädern in Eingangsbereichen abnimmt.
Schachbrettmuster
Form eines Verlegeverbandes: Fliesen oder Platten in zwei kontrastierenden Farben, meist Schwarz und Weiß, abwechselnd angeordnet werden.
Scheinfuge
Sollbruchstelle im Zementestrich, zur kontrollierten Rissbildung während des Schwindens.
Scherben
Gebrannter Fliesen-/Plattenkörper
Schnittschutz
Qualitativ ungenormtes Schutzbauteil zur Reduktion des Risikos von Schnittschäden an Verbundabdichtungen im Bereich von elastischen Fugen.
Schwallprofil
Profil im Bodenbereich zur Vermeidung des Ausbreitens von Schwallwasser bei bodentiefen Duschen.
schwimmender Estrich
Estrich, der auf einer weichen Schicht verlegt ist, z. B. Trittschall- oder Wärmedämmung
Sichtfläche
Oberflächenteile von Bauteilen und Elementen, die vom Betrachter bei üblicher Betrachtung gesehen werden können.
Silikonfuge
Elastische Fuge auf Basis eines Silikons, siehe „Dichtstoff“.
Sinterung
Umwandlung der Rohstoffe im Brand zu dem Scherben. (Zitat Bundesverband Keramische Fliesen e.V.)
Sockel/Sockelleiste
Im Zusammenhang mit Boden- und Wandbelägen der Belagsstreifen an aufgehenden Bauteilen im Anschluss an die waagerechte Fläche.
Sortierung
Das Sortieren beschreibt die Zuordnung von Fliesen und Platten zu unterschiedlichen Qualitäten anhand von Bemusterungen und Prüfungen.
Spaltplatte
Über die Rückseite verbundene Platten, die vor der Verlegung werkseitig getrennt werden. 
Spaltriemchen
Spaltplatte mit Riemchenformat.
Steingut
Traditioneller Begriff für trockengepresste Keramiken mit einer Wasseraufnahme ≥10%. Typischerweise Einsatz als Innenwandkeramik. (siehe Keramische Fliese/Platte)
Steinholzestrich
siehe "Magnesiaestrich"
Steinzeug
Traditioneller Begriff für trocken- oder stranggepresste Keramiken mit Wasseraufnahmemit Wasseraufnahme von 0,5% bis 3,0%. (siehe Keramische Fliese/Platte)
Stich
Siehe „Riss (Naturstein)“
Struktur (Naturstein)
Ausbildung und Größe der einzelnen Gesteinsbestandteile.
Stylolithen
Stylolithen sind feinlineare und wellig-zackige Strukturen in Sedimentgesteinen, überwiegend in Karbonatgesteinen, die sich oft in rötlicher, gelblicher oder grauer Farbe aderförmig abzeichnen. Mit Stylolithen belastete Platten sind bereits bei der Produktion auszusortieren.
T
Terrazzo
Fugenlos hergesteller, mineralischer Bodenbelag
Terrazzoplatte
Landläufiger Begriff für eine Betonwerksteinplatte
Textur (Naturstein)
Räumliche Anordnung und Verteilung von Gesteinsbestandteilen.
Tragender Untergrund
Bauteil, das alle Lasten aus dem folgenden Aufbau aufnimmt.
Trennengobe
Helle Rückstände auf Unterseite der Keramik als Trennhilfsmittel beim Brennprozess
Trockenestrich
siehe "Fertigteilestrich"
U
Überzahn
Höhendifferenz bzw. Kantenstand zwischen zwei benachbarten Belagsbauteilen
Unglasiert
Handelsübliche Bezeichnung für keramische Fliesen und Platten ohne jeglichen Auftrag (glasiert), reiner Tonscherben.
Unmaßtafel
Halbfertigprodukt aus der Beton- und Naturwerksteinherstellung.
V
Verbundabdichtung
Auch „AIV“ genannt. Abdichtung im festen Verbund mit einem Oberbelag. In der Regel besteht dieser Oberbelag aus Fliesen und Platten aus Keramik, Natur- und Betonwerkstein.
Verbundestrich
Estrich, der mit dem tragenden Untergrund kraftschlüssig verbunden ist.
Verdrängungsraum
Ein Volumen (Verdrängungsraum) unterhalb der Gehebene auf der profilierten Oberfläche, der gleitfördernde Stoffe (z. B. Öle und Fette) aufnimmt, in den Klassen V4 (geringster Verdrängungsraum) bis V10 (höchster Verdrängungsraum)
Verfärbungen
Veränderung der ursprünglichen Farbe.
Verflüssiger
Zusatzmittel zur Beeinflussung der Verarbeitungskonsistenz eines Estrichmörtels. (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
Verkrustung
Fest anhaftende, harte Anlagerungen auf einer Oberfläche.
Verschmutzung
Schmutzablagerung auf der Oberfläche.
Verzögerer
Zusatzmittel, das den Beginn des Erstarrens von Estrichmörtel verzögert. (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
Viertelverband
Einheitlich lange Fliesen und Platten werden von Reihe zu Reihe jeweils um ein Viertel der Länge versetzt.
W
W0-I
Wassereinwirkungsklasse: Geringe Wassereinwirkung in Innenräumen nach DIN 18534.
W1-I
Wassereinwirkungsklasse: Mäßige Wassereinwirkung in Innenräumen nach DIN 18534.
W2-I
Wassereinwirkungsklasse: Hohe Wassereinwirkung in Innenräumen nach DIN 18534.
W3-I
Wassereinwirkungsklasse: Sehr hohe Wassereinwirkung in Innenräumen nach DIN 18534.
Wandbelag
"Oberbelag" auf einer Wandfläche
Wassereinwirkungsklasse
Die Wassereinwirkungsklasse beschreibt, wie stark eine Fläche durch Wasser beansprucht wird.
Weitgehend vollflächig
Siehe „Hohlraumfrei“.
Werkmaß
Für die Herstellung festgelegtes Maß einer keramischen Fliese oder Platte, mit dem das Istmaß innerhalb der festgelegten zulässigen Definitionen übereinstimmen muss. Das Werkmaß findet nur bei Keramiken Anwendung.
Wischleiste
Umgangssprachlicher Begriff, siehe „Sockel/Sockelleiste“.
X
Y
Z
Zementestrich
Estrich, dessen Bindemittel aus Zement besteht (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
Zementfliesen
Zementfliesen sind eine ungeregelte Sonderform von Betonwerksteinplatten.
zementgebundener Hartstoffestrich
Zementestrich, dessen Zuschlag aus Hartstoffen besteht (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
zementhaltiger Mörtel
Gemisch aus hydraulischen Bindemitteln, Zuschlägen und organischen Zusätzen, das kurz vor Gebrauch mit Wasser oder flüssigen Zusatzmitteln angemischt wird. (Zitat DIN EN 12004-1:2017-05 Mörtel und Klebstoffe für keramische Fliesen und Platten - Teil 1: Anforderungen, Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit, Einstufung und Kennzeichnung; Deutsche Fassung EN 12004-1:2017)
Zementschleier
Zementbasierter Rückstand an der Oberfläche von Fliesen und Platten.
Ziegel
Poröser, aus Lehm oder Ton gebrannter, gering gesinterter rechteckiger Baustein.
Zuschlag
körnige Bestandteile des Estrichmörtels, z.B. Sand, gebrochenes Felsgestein, Kies, gebrochener Anhydrit usw. (Zitat DIN EN 13318:2000-12)
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